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Metallverpackung aus Weißblech

By Torsten | Januar 17, 2007

Die Dose entsteigt dem Milieu der Unterschicht und erklettert die Karriereleiter. Die Bierdose hat nur noch einen Marktanteil von weniger als einem Prozent in Deutschland. In der Metallverpackung befinden sich immer weniger Softdrinks und Biere und dagegen immer mehr exklusive Produkte wie Liköre, Whiskey, Kosmetika und Kleidung.

Eventuell ist der Aufstieg der Dose zur Nobelverpackung kein willkürliches Phänomen, sondern ein direktes Resultat des Dosenpfandes. Vielleicht stieg die Nachfrage nach exklusiven Weißblechdosen gerade deswegen, weil die Getränkedose in Ungnade fiel. Damit, dass die Dose aus den Regalen der Supermärkte mehr und mehr verschwand, verlor sie gleichzeitig ihr Image als billige und politisch unkorrekte Verpackung. Die Deutschen mit ihrem stark ausgeprägten Mehrweg-Gewissen hätten der Dose somit sogar einen Gefallen getan und ihrem Dasein eine neue, exklusivere Existenzberechtigung gegeben.

Eines der Highlights auf dem Weg vom Behälter für lauwarmes Bier zur exklusiven Umhüllung ist sicherlich die Dose im goldenen Kleid. Sehr hübsch anzuschauen enthält sie Prosecco und wird von Paris Hilton beworben.

Scheinbar macht sich der deutsche Kunde bei exklusiverem Inhalt weniger Sorgen um den Mehrweg. Wobei es nach neuerstem Kenntnisstand mehr und mehr fraglich erscheint, ob die Kritik an den Metallverpackungen berechtigt war, da sie perfekt recyclebar sind.

Die größte Karriere machen Produktverpackungen aus Metall in einem Bereich, in dem sich keiner Sorgen um die Wiederverwertbarkeit machen muss. Der Sinn der Schmuckdose besteht gerade darin, ein Geschenk mit Geschenkinhalt zu sein. Viele Geschenke sind sogar nur aus einem einzigen Grund originell: weil sie in eine Dose eingepackt sind. Die Verpackung ist also nicht mehr bloße Umhüllung, sondern Teil des Geschenks, und wird deshalb keineswegs weggeworfen. Somit ist sie gerade die umweltverträglichste Verpackung, da sie nicht den Müllberg vergrößert.

Weggeworfen wird dagegen sogar der größte Konkurrent der Weißblechdose in Sachen umweltfreundliche Geschenkverpackung: das Zeitungspapier. Doch ohne die umweltbewusste Haltung eines Schenkenden anzweifeln zu wollen, der sein Geschenk in Zeitungspapier einschlägt: schön ist das nicht. Welches Präsent versprüht noch Glamour, nachdem es in die knitterige Zeitung von gestern eingeschlagen wurde? So ist letztendlich die Ästhetik der Hauptgrund für den starken Trend zur Schmuckdose als Verpackung. Und größere Geschenke, die nicht in eine Dose passen, kann man immer noch in Zeitungspapier einschlagen. Ein Pony für die Tochter braucht schließlich keine zusätzliche Zier, um Entzücken auszulösen.

Topics: Wirtschaft | No Comments »

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