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Schönseer Land

By Torsten | Oktober 25, 2007

Wer in der Stadt Schönsee in der Oberpfalz nahe der tschechischen Grenze nach einem größen See sucht, dürfte enttäuscht sein. Der Name hat vielmehr mit einem „schönen Sitz“ zu tun, also einem Adelssitz. Die ersten Nennungen der Siedlung im ersten Drittel des 14. Jahrhunderts lauten auf „Schönse“ bzw. „Schonasee“. Auch wer Schönsee grgründet hat, liegt im Dunkel der gescichte. in Fachkreisen wird das Geschlecht der Hostauer aus Böhmen als Gründer vermutet. Diese verkauften die Herrschaft Reichenstein samt den Ortschaften Stadlern und Schönsee an die Leuchtenberger Landgrafen. Erst mit dem Übergang an die Leuchtenberger wurde Schönsee zum zentralen Ort der Herrschaft Reichenstein. Ursprünglich kam diese Funktion Stadlern am Fuße der Burg Reichenstein zu. Wann die Erhabung zum Markt bzw. zur Stadt erfolgte, ist nicht genau zu bestimmen. Es dürfte sich vielmehr um einen fortlaufenden Prozess, infolge dessen Schönsee immer mehr Rechte übertragen wurden, gehandelt haben. 1354 erhielt Schönsee das Recht, einen Wochenmarkt abhalten zu dürfen. 1393 ist eine begrenzte Eigenverwaltung des Marktes urkundlich. Es könnte sein, dass die Privilegien von Stadlern beim Übergang der Herrschaft von den Leuchtenbergern auf Schönsee übertragen wurden.

Eine Stadt im Mittelalter musste eine Befestigung aufweisen, so auch Schönsee. Ein Mauerring mit Türmen und Graben ist belegt, jedoch war diese anscheinend zu Zeiten des 30jährigen Krieges schon wieder so lückenhaft, dass diese mit Holzpalisaden verstärkt werden musste. Im 19. Jahrhundert waren nach offiziellen Aufzeichnungen die ursprünglich vier Stadttore (Badertor, Schwandorfer Tor, Böhmertor, Eslarner Tor) bereits eingerissen nund große Teile der Stadtmauer in Privathäuser einbezogen.

Vom Leuchtenbergischen Schloss, das noch 1609 archivarisch greifbar ist, kann leider nicht einmal mehr der Standort genau bestimmt werden. Er wird wohl in der Nähe der Pfarrkirche zu suchen sein. Das Schloss war Sitz des Leuchtenbergischen Verwalters. Die späteren Besitzer der Herrschaft Reichenstein verlagerten im 16. Jahrhundert den Verwaltungssitz nach Winklarn. Die Herrschaft Reichenstein und damit Schönsee war über Jahrhunderte eng mit Böhmen verbunden. Somit ist es auch kein Zufall, dass das Bayerisch-Böhmische Kulturzentrum seinen Sitz in Schönsee gefunden hat.

Auch wenn es sich um beim Schönseer Land um eine reizvolle Mittelgebirgslandschaft handelt und auf dem Reichenstein alpiner Skisport betrieben wird, ist die Region ein preiswertes Urlaubsziel. Als Unterkünfte stehen kleine Hotels, Pensionen und Ferienwohnungen zur Verfügung.

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