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Das deutsche Sozialversicherungssystem
By Torsten | Januar 18, 2010
Das deutsche Sozialversicherungssystem blickt auf eine fast 130-jährige Geschichte zurück. Aufgrund der Kaiserlichen Botschaft aus dem Jahr 1883 wurden nach und nach die verschiedenen Zweige aufgebaut. Die erste Sozialversicherung war die Krankenversicherung, die 1883 eingeführt wurde. Es folgten 1884 die Unfallversicherung, 1889 die Rentenversicherung, 1927 die Arbeitslosenversicherung und schließlich 1995 die Pflegeversicherung. Allen Versicherungen ist gemeinsam, dass Bürger verpflichtet sind, beizutreten. Deswegen werden sie auch gesetzliche Sozialversicherungen genannt. Mit Ausnahme der Krankenversicherung gibt es in keinem Bereich Wettbewerb, sondern immer nur einen Versicherungsträger. Bei Krankenversicherungen kann zwischen mehreren Anbietern gewählt werden, an den gewählten Anbieter ist gleichzeitig die Pflegeversicherung gekoppelt.
Obwohl es sich bei diesen Policen um Pflichtversicherungen handelt, gibt es einige Ausnahmen. So müssen nur Beschäftigte und einige schutzbedürftige Selbständige in die Rentenversicherung einzahlen. Alle anderen haben die Möglichkeit, beizutreten, können aber auch eine andere Form der Altersvorsorge nutzen. Ähnlich verhält sich die Situation bei der Krankenversicherung. Wessen Einkommen die Versicherungspflichtgrenze übersteigt, hat die Wahl, ob er freiwillig einer gesetzlichen Krankenversicherung beitritt oder sich privat versichert. Die Grenze, auch Jahresarbeitsentgeltgrenze genannt, liegt derzeit bei einem Jahreseinkommen von 49950 Euro.
Das deutsche Sozialversicherungssystem bildet den Gegenpol zum Fürsorgesystem. Während Letztgenanntes steuerfinanziert ist und Bedürftige Geld ohne Eigenleistung bekommen, sind die Sozialversicherungen beitragsfinanziert. Nur, wer Beiträge gezahlt hat, kann die Leistungen des Systems in Anspruch nehmen. Besonders deutlich wird das Verhältnis von Beitrag und Leistung bei der Rentenversicherung. Je mehr Geld ein Beschäftigter im Laufe seines Arbeitslebens eingezahlt hat, desto höher ist später auch die Rente, die ihm nach Beendigung der beruflichen Laufbahn zusteht.
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